Chronik


Ein ungeschriebenes Gesetz verbietet es zwar, auf der Suche nach dem Ursprung eines Vereins sozusagen bei Adam und Eva anzufangen, die besondere Vereinsgeschichte der Aitrachschützen fordert jedoch geradezu einen Ausflug in die Vergangenheit heraus. Die Anfänge des Ittlinger Schützenwesens reichen nämlich weiter zurück, als das Gründungsjahr 1960 auf den ersten Blick vermuten lässt. 

Begonnen hatte es eigentlich schon in den Jahren 1935/36 im ehemaligen Unteröbling beim Huberwirt, wo man sich unter Vorstand „Franz Ringelstetter sen." zum Schiessen mit dem Zimmerstutzen traf. Diese Schützenaktivitäten fanden in den Jahren 1942/43 bedingt durch den 2.Weltkrieg ein jähes Ende, da immer mehr Männer und Burschen zum Wehrdienst eingezogen wurden.

Nachdem man sich von den schlimmen Ereignissen des Krieges einigermaßen erholt hatte und das Leben sich wieder zu normalisieren begann, war es wiederum „Franz Ringelstetter sen.", der als Initiator und Vorstand das Schützenwesen in Gang brachte. 1948 fungierte mit „Rudi Schöttl" zum ersten Mal offiziell ein 1.Schützenmeister. Auch einen Namen hatten sich die Schützen zugelegt, die mittlerweile vom Zimmerstutzen auf das Luftgewehr umgestiegen waren: Man nannte sich „Schützenverein Unteröbling" und war stolz auf ein reges Vereinsleben. In erster Linie waren es Bauern der unmittelbaren Umgebung, die allwöchentlich am Freitag beim Huberwirt geschossen haben. ,,Alois Knott", der damals als Kassier tätig war, freute sich besonders über das „Pflichtschiessen", das der Vereinskasse für je 6 Schuss 1.- Mark einbrachte. Viele Bauern drückten während des Kartenspiels einem jüngeren Bauernburschen eine „Mark" in die Hand und schickten ihn mit den Worten, ,,Geh 'weida, schieß für mi" zum Schiessen. Neben dem Pflichtschiessen fanden immer ein „Voatl-Schiessen" statt, wo bei beliebigen Nachkauf und jeweils 5 Schuss pro Wertung ein Preis zu gewinnen war; z. B. eine Flasche Wein, ein Ring Schwarzwurst, ein saftiges Stückerl Gselchtes usw. Berühmt waren damals die sog. ,,Gartenfeste mit großem Preisschiessen", wo sich das ganze Dorf regelmäßig einfand.

Das traditionelle „Strohbauschenschiessen" an Sylvester war alljährlich der Höhepunkt der Schützensaison, gewissermaßen der Jahresabschluss. Nach dem Auspacken, das natürlich mit einer Mordsgaudi verbunden war, gab es dann ein gemeinsames Essen und man feierte in das Neue Jahr hinein. Als der Huberwirt seine Pforten schloss, bedeutete dies auch das Ende des Schützenvereins Unteröbling.
 
Was war inzwischen geschehen? Der Neubeginn fand im Dezember 1960 im „Cafe Wolf' in Ittling statt. Das ehemalige Unteröbling bestand nicht mehr als selbstständige Ortschaft. Der eigentliche Ittlinger Schützenverein, die Edelweisschützen, die im Gasthaus Doppelhammmer beheimatet waren, hatten sich auch aufgelöst. So war es naheliegend, dass einige Ehemalige in jenen Dezembertagen 1960 an Rudi Schöttl herantraten und ihn ermutigten, erneut einen Schützenverein ins Leben zu rufen. Dies war eigentlich die Geburtsstunde unseres Vereins und man gab ihm den Namen „Aitrachschützen Ittling", den wir bis heute beibehalten haben.
 
1969 übernahm Bernhard Helmbrecht sen. die Zügel des Vereinsgespanns und führte den Verein ebenso erfolgreich, wie seine Vorgänger bis 1974. Mit Bernhard Helmbrecht sen. stand ein Mann an der Spitze, der sich als hervorragender Schütze bis heute einen Namen im Schießsport erhalten konnte. 
 
1980 hatten sich die Aitrachschützen erneut zu einem Kraftakt entschlossen. Mit einem Lokalwechsel zum damaligen „Goldenen Rössl" begann ein Aufschwung des Vereins, sowohl in sportlicher, als auch in gesellschaftlicher Hinsicht. Ein Häufchen 18 „Aufrechter", so hätte man den Mitgliederstand bezeichnen mögen, als am 2o.Dezember 1980 der Umzug ins neue Vereinslokal vollzogen wurde. Ein neuer Schießstand im Speicher wurde ausgebaut. Ein wahrer Ansturm begann; viele neue Mitglieder konnten gewonnen werden und eine Hauptaufgabe, die sich der neue 1. Schützenmeister Dietmar Wabner bei seinem Amtsantritt vorgenommen hatte, konnte nun endlich in Angriff genommen werden: "Das Heranführen der Jugend an den Schießsport". Die langjährigen Mannschaftsführer Franz Schuster und Josef Zitzl hatten stets ein offenes Ohr für alle Sorgen und Probleme der Schützenjugend.
 
Dass die Ittlinger Schützen ein gesundes Verhältnis zu ihrem geliebten Schießsport besitzen, wird jedem deutlich, der einen Blick in die Schießkladden der Rundenwettkämpfe und Meisterschaften wirft.
 
1990 begann mit dem Bau unseres Schützenhauses mit einer Bausumme von 1,25 Millionen DM und einer Eigenleistung von über 90%. In diesem Jahr wurde auch die Unterabteilung 1.Straubinger Böllerschützen gegründet und Gerhard Lehermeier zum 1.Schußmeister bestellt.
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